Claus: Transformation und Künstliche Intelligenz sind zu Modeworten unserer Zeit geworden – für viele bedeutet es: Nicht nur die Technik wird sich ändern, wird noch mehr von computergestützten Systemen gesteuert und weiter automatisiert, sondern die veränderte Technik wird unser Leben verändern. Aber ist KI wirklich so neu und ganz anders?
Patrick: Ja, es ist richtig, dass sich computergestützte Technik, basierend auf z.B. Deep Learning Algorithmen oder Prompt Engineering – etwa in Produkten wie ChatGPT – bereits heute und künftig vieles in unserem Alltag verändern. Aber reicht das aus, um dies als Transformation zu bezeichnen? Wenn man Marketing betreibt und Slogans liebt, dann kann man das sicher so darstellen. Betrachtet man diesen Begriff im Sinne seiner etymologischen Bedeutung, so braucht es deutlich mehr!
Von Metamorphosen
Claus: Transformare kommt aus den lateinischen Worten trans und formare und heißt umwandeln. Wen oder was wandeln wir um? Und was braucht es dazu?
Patrick: Lasse mich dies an einem anderen viel genutzten Begriff verdeutlichen: Immer wieder höre ich Menschen, die davon reden, dass in Entwicklung oder Gesellschaft ein wichtiger Meilenstein erreicht wurde. Gerne wird in Sonntagsreden dann davon berichtet, dass in diesem Sektor ein ‚Quantensprung‘ erzielt worden sei. – Als Physiker muss ich hier jedes Mal schmunzeln, da für mich Quantensprünge zwar äußerst wichtig, aber zugleich die kleinstmöglichen Sprünge sind.
Übertragen auf den Begriff Transformation erlebe ich etwas Vergleichbares. Wer dieses Wort ausschließlich gleichsetzt mit einer neuen Generation cleverer Anwendungstechnologien, hat den Begriff An sich nicht begriffen und tritt analytisch auf der Stelle: „A Fool with a tool is still a fool“ … Will sagen: Transformation ist mehr als nur neue Technik, sondern muss Ihren veränderten Verhaltenskodex einbeziehen. Wenn Du für sich entschieden hast, ab sofort bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, statt das eigene Auto zu verwenden, so hast Du weit mehr Transformation vollzogen, als wenn Du künftig eine ChatGPT basierte App zum Emailschreiben verwendest. Warum? Du hast Dein Verhalten grundlegend verändert und bist bereit, einen Preis für Deine Verhaltensänderung zu zahlen, indem Du Dich z.B. Regen oder Hitze auf dem Fahrrad aussetzt.
Claus: Okay, aber KI wird – zum Beispiel im Beruf – zu macnher Verhaltensänderung führen. Aber wir wollen ja hier über Transformation sprechen. Diese geht also über einen begrenzten technischen Zusammenhang hinaus, sondern verändert das Leben von Individuen, Gruppen, Organisationen und der Gesellschaft. Von wem geht der Impuls zur Veränderung aus? Bin ich – wie im Beispiel mit dem Fahrrad – stets als Individuum gefordert, meinen Beitrag zur Transformation zu leisten und leisten zu wollen?
Patrick: Die Unternehmensberatung McKinsey hat dieses Thema mit Bezug auf die Corporate World im Frühjahr 2023 in einer Dokumentation aufgegriffen und beschreibt genau dieses Phänomen: Transformation wird von vielen als Sammelbegriff genutzt, um auszudrücken, dass man sich als Organisation verändern müsse, um das ganze Marktpotential auszuschöpfen und z.B. mehr Gewinne, mehr Qualität oder mehr Effizienz hervorzubringen. McKinsey redet von der Notwendigkeit, neue Arbeitsweisen, Fähigkeiten und Technologien zu etablieren, um tatsächliche Transformation hervorzubringen und geschäftlich nicht unterzugehen. – Nebenbei bemerkt: die Rede ist im Rahmen dieser Analyse davon, dass weniger als 1/3 der betrachteten Organisationen ihre organisatorischen Leistungen im oben genannten Sinne tatsächlich verbessern. Ebenso wird in dieser Studie darauf verwiesen, dass Organisation bei denen ESG orientiertes Handeln integriert ist, deutlich besser dastehen. Zur Erklärung: ESG steht für die Integration von Ökologischen, Sozialen und Governance orientiertem Handeln. Heruntergebrochen auf uns beide als Individuen heißt das: Transformation ist mehr als neue Gadgets, die ich kaufen kann und die mir suggerieren, dass ich der Umwelt etwas Gutes tue und man daher künstliche Intelligenz verbaut habe. Transformation bedeutet viel mehr, dass Du und ich alte Paradigmen und Handlungsmuster aufgeben, dass wir unseren Kontext neu bewerten und unsere Marschrichtung ändern.
Claus: Ich muss also aktiv einen Veränderungsrozess beginnen oder in ihn einwilligen…..
Patrick: Ja, Transformation fällt genau zusammen mit der Definition von Change Prozessen. Zusammengefasst: Damit Transformation – auch die viel erwähnte Industrielle Transformation – gelingt, braucht es ganzheitliche Veränderung auf allen Ebenen.
Claus: … in die alle Beteiligten auch ganz bewusst einwilligen müssen?
Patrick: …. eigentlich: ja! Wenn der Prozess nicht wirklich gewollt ist oder halbherzig angegangen wird, wird er scheitern.
Claus: Das deckt sich mit meiner Beobachtung und Erfahrung. Zurück zum Thema: Transformation im Sinne von Veränderung: Wie sieht so etwas praktisch aus?
Patrick: Lass mich diese Frage zunächst an zwei Beispielen konkretisieren: Als Senior Managementberater und Leadership Coach habe ich viele Jahre Verantwortliche darin unterstützt, Veränderungen in der jeweiligen Organisation zu etablieren. Dabei ist mir aufgefallen, dass es Verantwortliche gab, die mich dafür bezahlt haben, zum Beispiel Prozesse in Ihrer Organisation neu zu strukturieren, einzuführen und die Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Die Manager selbst waren aber nicht bereit, notwendige Veränderungen bei sich zuzulassen. Projekte in dieser Konstellation haben es zwar irgendwie bis zum Ziel geschafft, aber die Ergebnisse waren nicht nachhaltig. Völlig anders sah es in solchen Projekten aus, in denen der Transformationsprozess bei den Verantwortlichen begann, diese sich darauf einließen und so zu Multiplikatoren für andere Mitarbeiter wurden. Veränderungen, die so begannen, haben sich als deutlich nachhaltiger erwiesen.
Claus: Also kommt es auf das Individuum an – und vor allem auch auf jenes an der Spitze einer Organisation?
Patrick: Transformation – egal ob auf der persönlichen Ebene oder in einer Rolle – muss immer bei mir selbst beginnen. Immerhin: ich kann nur mich verändern – sonst niemanden! Wenn wir diesen Veränderungsprozess an sich zulassen, so ist das Ergebnis in Form von Excellence messbar! Exzellente Produkte als Folge einer Transformation erwarten wir. Steve Jobs hat uns dies mit seinen Apple Produkten klar vor Augen gestellt.
Claus: Ist Transformation mithin ein strategisches Ziel oder mehr eine Haltung und das Resultat einer Einstellung im Leben?
Patrick: Übertragen auf Deinen und meinen Alltag möchte ich mit einer Definition zum Thema persönlicher Excellence im Kontext von Transformation antworten: „Excellenz ist nicht ein langfristiges strategisches Ziel, sondern dass, was Du in den kommenden 5 Minuten im Kontext Deines Handelns tun wirst“. Wenn man ein wenig über diese Aussage nachdenkt, so verbergen sich dahinter Fragen wie jene: Bin ich in meiner Führungsrolle und meinen charakterlichen Fähigkeiten so aufgestellt, dass meine Mitarbeiter, Kollegen, Geschäftspartner und andere im Anschluss an ein Gespräch sagen: Wow, das war hilfreich, weitsichtig, sinnvoll oder zielführend. Wieviel Raum für persönliche Transformation ist bei Dir vorhanden? Wenn Du für Dich Handlungsbedarf siehst, so schlage ich Dir folgendes vor: Suche Dir für eine gewisse Wegstrecke professionelle Unterstützung in Form eines Coaches oder Mentors, der Dich ganzheitlich darin unterstützt, derartige Themen zu bearbeiten.
Claus: Ja, und es sind vor allem starke Persönlichkeiten, die sich helfen lassen, zumal wenn es darum geht, sich selbst zu reflektieren. Denn die Arbeit an sich selbst ist offenkundig die härteste.
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Claus: Transformation und Künstliche Intelligenz sind zu Modeworten unserer Zeit geworden – für viele bedeutet es: Nicht nur die Technik wird sich ändern, wird noch mehr von computergestützten Systemen gesteuert und weiter automatisiert, sondern die veränderte Technik wird unser Leben verändern. Aber ist KI wirklich so neu und ganz anders?
Patrick: Ja, es ist richtig, dass sich computergestützte Technik, basierend auf z.B. Deep Learning Algorithmen oder Prompt Engineering – etwa in Produkten wie ChatGPT – bereits heute und künftig vieles in unserem Alltag verändern. Aber reicht das aus, um dies als Transformation zu bezeichnen? Wenn man Marketing betreibt und Slogans liebt, dann kann man das sicher so darstellen. Betrachtet man diesen Begriff im Sinne seiner etymologischen Bedeutung, so braucht es deutlich mehr!
Von Metamorphosen
Claus: Transformare kommt aus den lateinischen Worten trans und formare und heißt umwandeln. Wen oder was wandeln wir um? Und was braucht es dazu?
Patrick: Lasse mich dies an einem anderen viel genutzten Begriff verdeutlichen: Immer wieder höre ich Menschen, die davon reden, dass in Entwicklung oder Gesellschaft ein wichtiger Meilenstein erreicht wurde. Gerne wird in Sonntagsreden dann davon berichtet, dass in diesem Sektor ein ‚Quantensprung‘ erzielt worden sei. – Als Physiker muss ich hier jedes Mal schmunzeln, da für mich Quantensprünge zwar äußerst wichtig, aber zugleich die kleinstmöglichen Sprünge sind.
Übertragen auf den Begriff Transformation erlebe ich etwas Vergleichbares. Wer dieses Wort ausschließlich gleichsetzt mit einer neuen Generation cleverer Anwendungstechnologien, hat den Begriff An sich nicht begriffen und tritt analytisch auf der Stelle: „A Fool with a tool is still a fool“ … Will sagen: Transformation ist mehr als nur neue Technik, sondern muss Ihren veränderten Verhaltenskodex einbeziehen. Wenn Du für sich entschieden hast, ab sofort bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, statt das eigene Auto zu verwenden, so hast Du weit mehr Transformation vollzogen, als wenn Du künftig eine ChatGPT basierte App zum Emailschreiben verwendest. Warum? Du hast Dein Verhalten grundlegend verändert und bist bereit, einen Preis für Deine Verhaltensänderung zu zahlen, indem Du Dich z.B. Regen oder Hitze auf dem Fahrrad aussetzt.
Claus: Okay, aber KI wird – zum Beispiel im Beruf – zu macnher Verhaltensänderung führen. Aber wir wollen ja hier über Transformation sprechen. Diese geht also über einen begrenzten technischen Zusammenhang hinaus, sondern verändert das Leben von Individuen, Gruppen, Organisationen und der Gesellschaft. Von wem geht der Impuls zur Veränderung aus? Bin ich – wie im Beispiel mit dem Fahrrad – stets als Individuum gefordert, meinen Beitrag zur Transformation zu leisten und leisten zu wollen?
Patrick: Die Unternehmensberatung McKinsey hat dieses Thema mit Bezug auf die Corporate World im Frühjahr 2023 in einer Dokumentation aufgegriffen und beschreibt genau dieses Phänomen: Transformation wird von vielen als Sammelbegriff genutzt, um auszudrücken, dass man sich als Organisation verändern müsse, um das ganze Marktpotential auszuschöpfen und z.B. mehr Gewinne, mehr Qualität oder mehr Effizienz hervorzubringen. McKinsey redet von der Notwendigkeit, neue Arbeitsweisen, Fähigkeiten und Technologien zu etablieren, um tatsächliche Transformation hervorzubringen und geschäftlich nicht unterzugehen. – Nebenbei bemerkt: die Rede ist im Rahmen dieser Analyse davon, dass weniger als 1/3 der betrachteten Organisationen ihre organisatorischen Leistungen im oben genannten Sinne tatsächlich verbessern. Ebenso wird in dieser Studie darauf verwiesen, dass Organisation bei denen ESG orientiertes Handeln integriert ist, deutlich besser dastehen. Zur Erklärung: ESG steht für die Integration von Ökologischen, Sozialen und Governance orientiertem Handeln. Heruntergebrochen auf uns beide als Individuen heißt das: Transformation ist mehr als neue Gadgets, die ich kaufen kann und die mir suggerieren, dass ich der Umwelt etwas Gutes tue und man daher künstliche Intelligenz verbaut habe. Transformation bedeutet viel mehr, dass Du und ich alte Paradigmen und Handlungsmuster aufgeben, dass wir unseren Kontext neu bewerten und unsere Marschrichtung ändern.
Claus: Ich muss also aktiv einen Veränderungsrozess beginnen oder in ihn einwilligen…..
Patrick: Ja, Transformation fällt genau zusammen mit der Definition von Change Prozessen. Zusammengefasst: Damit Transformation – auch die viel erwähnte Industrielle Transformation – gelingt, braucht es ganzheitliche Veränderung auf allen Ebenen.
Claus: … in die alle Beteiligten auch ganz bewusst einwilligen müssen?
Patrick: …. eigentlich: ja! Wenn der Prozess nicht wirklich gewollt ist oder halbherzig angegangen wird, wird er scheitern.
Claus: Das deckt sich mit meiner Beobachtung und Erfahrung. Zurück zum Thema: Transformation im Sinne von Veränderung: Wie sieht so etwas praktisch aus?
Patrick: Lass mich diese Frage zunächst an zwei Beispielen konkretisieren: Als Senior Managementberater und Leadership Coach habe ich viele Jahre Verantwortliche darin unterstützt, Veränderungen in der jeweiligen Organisation zu etablieren. Dabei ist mir aufgefallen, dass es Verantwortliche gab, die mich dafür bezahlt haben, zum Beispiel Prozesse in Ihrer Organisation neu zu strukturieren, einzuführen und die Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Die Manager selbst waren aber nicht bereit, notwendige Veränderungen bei sich zuzulassen. Projekte in dieser Konstellation haben es zwar irgendwie bis zum Ziel geschafft, aber die Ergebnisse waren nicht nachhaltig. Völlig anders sah es in solchen Projekten aus, in denen der Transformationsprozess bei den Verantwortlichen begann, diese sich darauf einließen und so zu Multiplikatoren für andere Mitarbeiter wurden. Veränderungen, die so begannen, haben sich als deutlich nachhaltiger erwiesen.
Claus: Also kommt es auf das Individuum an – und vor allem auch auf jenes an der Spitze einer Organisation?
Patrick: Transformation – egal ob auf der persönlichen Ebene oder in einer Rolle – muss immer bei mir selbst beginnen. Immerhin: ich kann nur mich verändern – sonst niemanden! Wenn wir diesen Veränderungsprozess an sich zulassen, so ist das Ergebnis in Form von Excellence messbar! Exzellente Produkte als Folge einer Transformation erwarten wir. Steve Jobs hat uns dies mit seinen Apple Produkten klar vor Augen gestellt.
Claus: Ist Transformation mithin ein strategisches Ziel oder mehr eine Haltung und das Resultat einer Einstellung im Leben?
Patrick: Übertragen auf Deinen und meinen Alltag möchte ich mit einer Definition zum Thema persönlicher Excellence im Kontext von Transformation antworten: „Excellenz ist nicht ein langfristiges strategisches Ziel, sondern dass, was Du in den kommenden 5 Minuten im Kontext Deines Handelns tun wirst“. Wenn man ein wenig über diese Aussage nachdenkt, so verbergen sich dahinter Fragen wie jene: Bin ich in meiner Führungsrolle und meinen charakterlichen Fähigkeiten so aufgestellt, dass meine Mitarbeiter, Kollegen, Geschäftspartner und andere im Anschluss an ein Gespräch sagen: Wow, das war hilfreich, weitsichtig, sinnvoll oder zielführend. Wieviel Raum für persönliche Transformation ist bei Dir vorhanden? Wenn Du für Dich Handlungsbedarf siehst, so schlage ich Dir folgendes vor: Suche Dir für eine gewisse Wegstrecke professionelle Unterstützung in Form eines Coaches oder Mentors, der Dich ganzheitlich darin unterstützt, derartige Themen zu bearbeiten.
Claus: Ja, und es sind vor allem starke Persönlichkeiten, die sich helfen lassen, zumal wenn es darum geht, sich selbst zu reflektieren. Denn die Arbeit an sich selbst ist offenkundig die härteste.